Ereignishorizont Digitalisierung - Social Media Studie

Junge Menschen und Social Media – Eine Mini-Studie

In diesem Artikel werden ausgewählte (!) Ergebnisse einer Projektarbeit vorgestellt, die die beiden Studierenden Jennifer Hoppe und Lara Müller im Frühjahr 2020 an der Hochschule Ravensburg-Weingarten im Studiengang „Internet & Online-Marketing“ durchgeführt haben. Präsentiert werden Ergebnisse einer Umfrage unter mehr als 600 jungen Menschen, die Auskunft zum eigenen Social Media Nutzungsverhalten geben. Abgefragt wurde unter Anderem, welche Social Media Plattformen die jungen Menschen nutzen, welchen Druck die Nutzung von Social Media (bezogen auf das eigene Leben) verursachen kann, wie mit Produktempfehlungen von Influencern umgegangen wird, und welche Rolle Social Media für die Einholung von Informationen spielen. Die interessantesten Ergebnisse sind im Nachfolgenden beschrieben

Die Umfrage wurde im Mai 2020 durchgeführt. Nach einer Bereinigung des Datensatzes blieben von zunächst 675 TeilnehmerInnen am Ende 620 TeilnehmerInnen übrig.

Über die TeilnehmerInnen

Die Abbildungen 1 und 2 zeigen demographische Merkmale der TeilnehmerInnen. 78 % der TeilnehmerInnen waren Studierende. 65 % aller Befragten sind weiblich.

Abbildung 1
Abbildung 2

Nutzung von Social Media

Abbildung 3 zeigt, welche Social Media Plattformen von den Befragten verwendet werden (Mehrfachantworten waren möglich):

Abbildung 3

Ebenfalls abgefragt wurde, wie viele Stunden pro Tag TeilnehmerInnen mit sozialen Medien verbringen: unter einer Stunde, zwischen ein und drei Stunden oder über drei Stunden. Die Mehrheit mit 382 Antworten gab dabei an pro Tag ein bis drei Stunden online zu sein

Psychische Belastung durch Social Media

Darauf aufbauend wurden die TeilnehmerInnen gefragt, ob sie sich in Social Media schon einmal „verloren“ haben. Auch wenn der Begriff sicher etwas schwammig ist, beschreibt er doch gut das Phänomen, die Zeit aus den Augen zu verlieren oder sich von seiner Umwelt abzukapseln. 512 Antworten lauteten „ja“. Nur 83 TeilnehmerInnen gaben an sich noch nie bei der Nutzung in Social Media verloren zu haben. 25 wissen es nicht genau. Abbildung 4 zeigt die geschlechterspezifische Auswertung zu dieser Frage. Dabei kann festgestellt werden, dass überwiegend weibliche Teilnehmer die Frage mit einem „ja“ beantwortet haben.

Abbildung 4

Ergänzend wurde abgefragt, ob jemals besonderer Druck nach oder durch die Nutzung von Social Media verspürt wurde. Druck bzgl. der Gestaltung des eigenen Lebens. Diese Frage bejahten 310 TeilnehmerInnen. 265 verneinten die Frage. Interessant sind die Ergebnisse zu dieser Frage wieder im Zusammenhang mit den Geschlechtern. In Abbildung 5 ist deutlich zu erkennen, dass das weibliche Geschlecht deutlich mehr Druck bei der Nutzung von sozialen Medien verspürt als das männliche oder diverse Geschlecht. 

Abbildung 5

Zur Rolle von Influencern

Schließlich wurden die TeilnehmerInnen gefragt, ob sie schon einmal ein Produkt gekauft haben, welches von einem Influencer empfohlen wurde. Abbildung 6 zeigt, dass über die Hälfte der Befragten noch nie ein Produkt gekauft hat, das von einem Influencer beworben wurde. Immerhin 38 % haben aber bereits einen Kauf getätigt

Abbildung 6

Werden nun die 38 %, die in der Umfrage „ja“ angegeben haben, geschlechterspezifisch betrachtet, kann eine eindeutige Tendenz erkannt werden. Eine Mehrheit von 83% der Käufer sind weiblich. Dieses Ergebnis passt zur Erkenntnis, dass weibliche Social Media Nutzer einen größeren Druck bei der Nutzung von Social Media verspüren. Somit wird auch eher ein Produkt gekauft, das von einem Influencer empfohlen wird. 

Auch die Frage, ob auf Empfehlung von Influencern gekaufte Produkte zufrieden stellten oder enttäuscht haben, konnte anhand der Umfrage sehr eindeutig beantwortet werden. Abbildung 7 kann entnommen werden, dass ein Viertel der Befragten immer zufrieden war und 62 % in den meisten Fällen. Lediglich 4 Teilnehmer der Umfrage (2 %) waren bisher immer unzufrieden.

Abbildung 7

Social Media als Informationsquelle

Der letzte Teil der Umfrage zielte darauf ab, einen Einblick zu bekommen, inwiefern die TeilnehmerInnen Social Media als Informationsquelle für Nachrichten und die politische Meinungsbildung sehen. Die Mehrzahl der Befragten gab mit 40 % an, dass sie sich ab und zu über Social Media informieren. Ein Drittel (32 %) der Befragten nutzen sogar überhaupt kein Social Media, um sich über Nachrichten zu informieren. 

Abbildung 8

Ergänzend dazu mussten TeilnehmerInnen angeben, ob sie bereits einmal das Gefühl hatten, dass Social Media gezielt die eigene Meinung manipulieren soll. Bei dieser Frage wurde 486-mal angegeben, dass dieses Gefühl schon einmal vorhanden war. 

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