Bilden wir genügend Informatiker*innen in Deutschland aus?

Um die Digitalisierung und die digitale Transformation aktiv gestalten und begleiten zu können, bedarf es entsprechender Expert*innen. Vereinfacht könnte man sagen: es bedarf Informatiker*innen.  

Die Anzahl der Studierenden im Fach Informatik in Deutschland im Wintersemester 2019/2020 betrug 127.537. Darunter 103.191 Männer und 24.346 Frauen. In 2019 gab es immerhin 14.249 Absolvent*innen. 12.066 Männer. 2.183 Frauen. 

Was sich akzeptabel anhört wird durch folgende Zahlen ein Stück weit relativiert:    

– Die USA haben aktuell mehr als 65.000 Absolvent*innen in Informatik pro Jahr. 

– China hat aktuell mehr 185.000 Absolvent*innen in Informatik pro Jahr. 

– Indien hat aktuell mehr 215.000 Absolvent*innen in Informatik pro Jahr. 

Wohlgemerkt wir reden von Absolventen! Das bedeutet also:

– Die USA haben knapp 5 mal so viele Absolventen wie Deutschland. 

– China hat knapp 13 mal so viele Absolventen wie Deutschland. 

– Indien hat knapp 16 mal so viele Absolventen wie Deutschland. 

Natürlich sind die entsprechenden Länder deutlich größer auch als Deutschland! 

Natürlich gibt es auch noch verwandte Disziplinen!

Natürlich gibt es Quereinsteiger!

Natürlich ist es schwierig Aussagen zur Qualität der Ausbildung zu machen!

Bleibt trotzdem die Frage: Kann Deutschland mit dieser überschaubaren Menge an Informatiker*innen die Digitalisierung aktiv mitgestalten? Jenseits des Ansatzes immer nur amerikanischen oder asiatischen Trends hinterher zu rennen? 

I doubt it!  

 

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